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  • Meinem Vaterland, der Republik Polen treu sein

     

  • AKTUELLES

  • 1 März 2019

    „Der Krieg ist nicht zu Ende […]. Wir werden nie damit einverstanden sein, anders als in einem vollkommen souveränen, unabhängigen und gerecht eingerichteten Polnischen Staat zu leben. […] Das ist mein letzter Befehl an euch: Arbeitet und setzt euch ein für die Wiedererlangungen einer vollständigen Unabhängigkeit durch unseren Staat“, schrieb 1945 Leopold Okulicki (Tarnname: Niedźwiadek), der letzte Anführer der Heimatarmee „Armia Krajowa“.

    Viele seiner Untergebenen gehorchten ihm und kämpften auch über das Ende des Zweiten Weltkrieges hinaus. Sie setzten ihr Ringen um ein wirklich freies Vaterland fort.

     

    1945 war die Lage Polens schwierig. Beschlüsse der Konferenzen in Teheran, Jalta und Potsdam liefen de facto auf eine Teilung Europas in Einflusszonen hinaus. Polnische Regierungen ab 1944 gingen nicht aus freien Wahlen hervor und waren von der Sowjetunion abhängig. Parlamentswahlen, die gemäß den Bestimmungen der Konferenz in Jalta 1947 stattfanden, wurden u.a. durch Eingriff der sowjetischen politischen Polizei NKWD gefälscht.

     

    Soldaten des Untergrunds entschieden sich für den bewaffneten Widerstand gegen die neuen Machthaber. Heute werden sie „Verstoßene Soldaten“ genannt, weil ihr Handeln bis zur Wiedererlangung der vollständigen Unabhängigkeit im Jahr 1989 von den kommunistischen Regierungen der Volkrepublik Polen als verbrecherisch ausgelegt wurde; gleichzeitig wurden Repressalien, denen sie in der stalinistischen Zeit ausgesetzt waren, verschwiegen. Die ersten bewaffneten antikommunistischen Strukturen entstanden bereits 1943, am intensivsten wurde aber der Widerstand gegen die aufgezwungene Macht im Jahre 1945 geleistet. In den darauffolgenden Jahren beteiligten sich an von verschiedenen Organisationen durchgeführten Aktionen schätzungsweise bis zu 200.000 Menschen. Die Aktiven des Untergrunds lehnten den fremden Willen ab, welcher der polnischen Nation aufoktroyiert wurde. Sie strebten die Umsetzung der Beschlüsse von Jalta an, wonach in Polen wirklich freie und demokratische Wahlen stattfinden sollten.

     

    „Verstoßene Soldaten“ kamen nicht allein im Kampf um. Viele wurden verhaftet, gefoltert und ermordet. Urteile über sie wurden unter Missachtung demokratischer Normen gesprochen. Manche wurden in sowjetische Arbeitslager deportiert. Nicht selten wurden sie unter falschen Anschuldigungen als Kollaborateure der Nazis verurteilt, selbst wenn sie während des Zweiten Weltkrieges aktiv Widerstandskämpfer gegen die nationalsozialistischen Besatzer waren.

     

    Die meisten Soldaten des antikommunistischen Untergrunds hörten im Februar 1947 auf, sich zu verstecken. Viele von ihnen mussten bis 1989 unter falschem Namen leben. Der letzte „unbeugsame“ Józef Franczak (Tarnname: Laluś) wurde im Herbst 1963 bei einer Razzia erschossen. Obwohl die kommunistischen Machthaber konsequent versuchten, den antikommunistischen Untergrund aus dem kollektiven Gedächtnis zu verbannen, vergaßen die Polen ihre „Verstoßenen Soldaten“ nicht. Der Begriff entstand in den 1990er Jahren, als man über das Phänomen endlich sprechen und forschen durfte. Seit 2011, als in einem Gefängnis im Warschauer Stadtteil Mokotów sieben Mitglieder des letzten Vorstandes der Vereinigung „Freiheit und Unabhängigkeit“ („Wolność i Niezawisłość”) hingerichtet wurden, wird der Nationale Tag des Gedenkens an Verstoßene Soldaten begangen. Ihre Geschichten erzählen von einem unumstößlichen Wunsch nach Freiheit und von dem höchsten Preis, den ein Mensch dafür bezahlen kann.

     

    Büro des Pressesprechers

    Außenministerium der Republik Polen
     

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